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„Trikolore“

An zwei internen Abenden am letzten Schulwochenende am 25. Und 26. Juli und einer Schüleraufführung am Montagvormittag wurde das Freilichtspiel „Trikolore“ dem Publikum gezeigt.

Die Theaterpädagogin an der Waldorfschule Gabriele Sponner ist die Autorin und Regisseurin des 8.-Klassspiels, passend zum Geschichtsunterricht der Klasse, in dem die Französische Revolution im letzten Schuljahr ausführlich besprochen wurde.

Natürlich spielt es in Frankreich, im Jahre 1789 als eine fahrende Schauspieltruppe durch das Land zieht. Sie teilen die Armut der Bauern und geraten in die Gunst des französischen Hofes. Wie der Truppe der Spagat zwischen den Welten gelingt, ist nicht nur gefährlich, sondern auch höchst amüsant.

Das Stück persifliert durch die Darsteller der Theatertruppe das Revolutionsgeschehen. Ein Graf bzw. Gutsherr fordert von Flo ́s Eltern, dass der 12-jährige in einem Bergwerk Frondienste leisten soll. Vielen Kindern vor ihm hat es Krankheit oder gar den Tod gebracht. Weil es sowieso zu wenig zu essen für Flo und seine Schwester Marie gibt, beschließen die beiden, das Elend ihres elterlichen Bauernhofes zu verlassen. Nach Amerika wollen sie, dort kann jeder mit Fleiß etwas werden. Auf dem Marktplatz in Paris werden sie von Pierre angeheuert, in einer kleinen Posse mitzuspielen. Jetzt können sie ihr Geld zum Leben selbst verdienen.  Flo kann die Schauspieler mit seinem Witz für sich gewinnen und auch weil Marie so schön singen kann, dürfen sie Capitaines Schaubühne nach Versailles begleiten. Dort sollen sie vor dem König auftreten! Comtesse Celestine ist eine Adelige, die nicht verheiratet werden möchte, deshalb will sie mit der Schauspielgruppe aus Versailles fliehen. In den Wirren der Revolution, muss sie aufpassen, dass sie nicht vom randalierenden Volk umgebracht wird. Die Schauspieler verstecken sie in Paris bei den Waschfrauen. Dort lernt sie das Volk lieben.

Just am Abend des großen Auftritts am 14. Juli 1789 stürmt das Volk von Paris die Bastille und die Revolution beginnt. Das Volk will nicht länger von privilegierten Adeligen ausgebeutet werden. Überall herrscht Chaos, erboste Bürger rächen sich an den Adeligen. Eine Regierung wird gebildet, zunächst versuchen die Franzosen mit ihrem König alles gütlich zu ändern – aber dann flieht der König Louis der XVI. Dieser Verrat kostet den König und seiner Familie das Leben. Alle Königstreuen werden verhaftet. Ein Bürgerkrieg ist entfacht: Alle anfänglichen Revolutionäre werden jetzt des Verrats bezichtigt. Das Stück zeigt in zwei Besetzungen das Leben der armen Leute und widmet sich ihrer Rolle in der Französischen Revolution.

Wie ein Wandertheater wurden die Zuschauer samt Schauspieler von Szene zu Szene geführt: Auf acht sorgfältig und treffend ausgesuchten Schauplätzen auf dem weitläufigen und vielfältigen Gelände der Freien Waldorfschule Vaihingen an der Enz  (inklusive Werkstätten, Bauwagen, Bachufer, Rondell usw.) entfaltete sich das ganze Panorama der Revolution. Das schöne Spiel der Schüler, die gut geübte Aussprache, die zeitgemäßen Kostüme (genäht von den Schülern unter der Anleitung der Handarbeitslehrerin) und die begleitende Musik mit Gesang und Instrumenten (Alexander Nolte) schufen die richtige Atmosphäre für ein gelungenes Achtklasspiel, das durch regen Applaus belohnt wurde.

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