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ONLINE INFOTAG

»Waldorfpädagogik heute: Gemeinsam Türen öffnen«

AM SAMSTAG, 29. JANUAR 2022
9.00 UHR BIS 12.00 UHR, ONLINE!


LINK ZUM ONLINE INFOTAG >

Einwahldaten für die Teilnahme als Gast per Telefon :
Es muss mindestens ein Teilnehmer mit aktiviertem Mikrofon online teilnehmen. Andernfalls ist keine telefonische Einwahl möglich. Sie können keine reinen Telefonkonferenzen durchführen.
1) Telefonnummer wählen: 02195 / 9449 964 
2) PIN auf Anfrage eingeben: 443 678 191

PROGRAMM:
09.00 Uhr Begrüßung

09.05 Uhr Waldorf-Café
„Waldorfpädagogik heute: Gemeinsam Türen öffnen.“

Sie erhalten Einblicke in die Waldorfpädagigik & einen kurzen Überblick zur 13-jährigen Schulzeit

10.00 Uhr Pause

10.10 Uhr Wir beantworten Ihre Fragen – Gruppenarbeit

11.00 Uhr Pause

11.10 Uhr Plenum: Austausch und weitere Informationen vom
Aufnahmekreis, Schularzt, Elternbeirat, Beitragskreis sowie Hort & Kernzeit.
Wir freuen uns über Ihre schriftliche Anmeldung unter:
info@waldorfschule-vaihingen.de.

Natürlich sind Sie auch spontan herzlich eingeladen dabei zu sein.

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Stellungnahme zur derzeitigen Corona-Situation

Immer wieder stand die Waldorfpädagogik in den letzten Wochen im politischen Fokus rund um das Pandemiegeschehen – so nun auch in Vaihingen|Enz, wie in der Vaihinger Kreiszeitung vom 10.12.21 zu lesen war.
Seit nun mehr fast zwei Jahren ist unser Verein, die Schule und der Kindergarten, wie alle anderen Waldorf- und Regelschulen sowie Kindertagesstätten von den pandemiebedingten wechselnden Auflagen der Landesregierung betroffen. Dennoch gelingt es uns den Unterricht an unserer Schule sowohl in Präsenz als auch digital und im Fernlernen durchzuführen.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Kinder und Jugendlichen unseres Vereins. Unsere Priorität ist dabei den Unterricht möglichst in Präsenz für alle Schüler*innen der Schule zu gestalten. Das bedingt, dass wir uns an die von der Landesregierung vorgegeben Verordnungen zu halten haben, und dies auch ohne Diskussion tun – das gilt ebenso für unseren Kindergarten.
Übrigens hat die Waldorfschule Vaihingen|Enz als einer der ersten Schulen der Stadt Luftfilter zu Beginn der Schuljahres 2021/22 für nahezu jeden Unterrichtsraum angeschafft.
Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Impfquoten oder die verhältnismäßige Anzahl der positiv getesteten Schüler*innen oder der in Quarantäne befindlichen Schulklassen von anderen Schulen abweichen.
Hierzu verweisen wir auf die ausführlichen Stellungnahmen und Presseinformationen vom 22. November 2021 vom Bund der Waldorfschulen:
„Bund der Freien Waldorfschulen bestätigt seine Haltung zu
Pandemiemaßnahmen und Schutzimpfung“. >

Schulführung und Vorstand des Waldorf Kindergarten- und Schulvereins Vaihingen|Enz e.V.

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Corona-Info 17|01|22

Testen:
Ab dem 17.01.2022 sind wieder drei Testungen und zwar Montag, Mittwoch und Freitag vorgesehen.
Maskenpflicht:
Das Betreten des Schulgebäudes von externen Personen ab 18 Jahren ist ab sofort nur mit einer FFP 2 oder vergleichbaren Maske möglich.

Alle nötigen Infos und Formulare finden unsere Eltern hier >.



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Die 10. Klasse am Ensinger See

In der Waldorfschule gehört das Feldmessen zum Lehrplan. Diese praktische, buchstäblich bodenständige Arbeit ist pädagogisch nicht allein als Ergänzung zur Geometrie, bzw. Trigonometrie aufzufassen, sondern sie wirkt stark auf das praktische Verständnis der theoretisch erarbeiteten Inhalte aus dem Mathematikunterricht, sozusagen Anwendung des Gelernten in der Praxis. Zusätzlich nehmen die Jugendlichen in dieser Zeit Aspekte der Physik und Geografie bewusster und konkret wahr. Das Feldmesspraktikum dient in dieser Lebensphase der Schüler dazu, einen Bezug zur Erde und zu den praktischen Aufgaben des Lebens zu bekommen. Die Frage ist doch: Welchen Herausforderungen müssen sich die Schüler in diesem Alter stellen? Zusätzlich ist das Feldmesspraktikum nämlich auch ein großartiges Betätigungsfeld, um sich messend und zeichnend mit der Erde – oder zumindest einem kleinen Teil davon – auseinanderzusetzen. Diesen Teil kennt der Schüler nach einer Woche Praktikum ‚wie die eigene Westentasche‘. 

Gelernt werden z. B. Objektivität und sorgfältige Arbeitsweise, denn jeder Schüler erstellt während des Praktikums seine Karte eines definierten Gebietes und erhält dadurch einen Überblick, den weder ein Rundblick noch der Blick aus einem Flugzeug bietet. Will man zum Beispiel einen kleinen Bach abbilden, muss man sich nach jeder Biegung entscheiden, wie genau man Einzelheiten berücksichtigt, damit sie im Maßstab der Karte noch sichtbar werden. Fleiß, Geduld, Sauberkeit und Ordnung werden – beim eigenen Tun erfahren. Ungenaue Messungen werden nicht zu anderen Messungen passen und so folgt auf Nachlässigkeit das Nacharbeiten, bis alle Messungen ein Bild ergeben. Die Trigonometrie liefert ein unerschütterliches und objektives Kriterium, ob die gemessenen Daten brauchbar sind oder nicht. So erleben die Schüler während des Feldmesspraktikums eindrücklich, welchen Aufwand aber auch welchen praktischen Wert die oben genannten „Tugenden“ bieten.
Auch an der Waldorfschule Vaihingen an der Enz fand dieses Jahr wie auch in den vorangegangen das Feldmesspraktikum in der 10. Klasse statt. Das Praktikum wurde von den Lehrern Herrn Beukman und Frau Grys geleitet.
Die Schüler lernten, wie oben beschrieben, bestimmte Bereiche bzw. eine bestimmte Fläche mit unterschiedlichen Geräten ausgemessen werden kann. Die Klasse hatte die Wahl zwischen dem Ausmessen des Schulgeländes oder die des Ensinger Sees, wobei Letzterer den Zuschlag erhielt.
Jeden Morgen zu Schulbeginn trafen sich die Schülerinnen und Schüler in der Schule, um den Tagesablauf zu besprechen und auch um die Erkenntnisse des vorherigen Tages zu besprechen. Anschließend wurde ganz ökologisch mit dem Fahrrad zum Ensinger See gefahren.
Dort wurden die Utensilien (Stäbe und Theodolit u.a.m.) aus dem Auto von Frau Grys geholt und die Arbeit wurde in Angriff genommen. Mehrere Gruppen von 4-5 Schülerinnen und Schüler haben sich dann nach und nach den Vorgaben entsprechend voran gearbeitet. Zuerst wurden am Ufer Fluchtstäbe aufgestellt und grob die Entfernung gemessen, so kamen täglich neue Erkenntnisse hinzu: von der Winkelmessung über Streckenmessung bis hin zur Höhenmessung. Als dann nach dieser Woche alle wichtigen Vermessungen aufgeschrieben und verrechnet waren, wurde ein detailgetreuen Plan vom See, sowie von einem kleinen Stück der Umgebung erstellt, was als Ergebnis und Ziel der Epoche beabsichtigt war.
Das Fazit einer Schülerin: „Mir hat das Feldmesspraktikum alles in allem Spaß gemacht. Leider war es morgens immer sehr kalt, doch zum Glück hatten wir dann gegen Mittag meistens schönes Wetter. Ich habe gelernt mit verschieden Geräten umzugehen, bei einigen hatte ich schnell den Dreh raus, bei anderen hat es etwas länger gebraucht. Es war eine anstrengende Woche, da man täglich bis circa 16 Uhr am Ensinger See war, aber trotzdem bin ich froh die Erfahrung gemacht zu haben.“

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Abitur 2021

Die Abiturienten 2021

Da in diesem Jahr leider wieder keine traditionellen Abschlussfeiern in den Schulen stattfinden konnten, wurden Schüler, Lehrer und Eltern kreativ und gestalteten die Feiern unter den geltenden Hygienebestimmungen. So geschehen am 23. (Abiturfeier) bzw. am 27. Juli 2021 (RSA-Feier) an der Waldorfschule Vaihingen.
Die Festansprache bei der Abifeier, hielt wie auch in der vergangenen Jahren, der Deutsch- und Geschichtslehrer und gleichzeitig Abiturbeauftragte Peter Valet. Er zitierte eingangs Bertolt Brechts Gedicht: Fragen eines lesenden Arbeiters. Es folgte eine Eingangsrede (…)
Darin sagte er: 12 Abiturzeugnisse können wir heute überreichen. Drei Schüler haben eine eins vor dem Komma: die vorderen Plätze teilen sich Benjamin Stark mit 1,1 und Joscha Großmann mit 1,2. Wahre Traumnoten! Die Durchschnittsnote hat den Spitzenwert von 2,17 erreicht und liegt damit an der Spitze der Abiturjahrgänge. Die anderen Abiturienten: Joshua Aichele, Leander Beukman, Emma Eißler, Lisa Hahn, Julian Heier, Jakob Humbeck, Felix Kegel, Sebastian Preckel, Pauline Stahl, Ronja Wörz haben auch mit guten Noten bestanden.
Allen Absolventen des sicher nicht einfachen Jahrgangs 2021 wünschen wir einen guten Rutsch ins außerschulische Leben, auch wenn einige an weiterbildenden Schulen, Hochschulen und Universitäten noch einige Jahre lernen müssen oder wollen…

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Realschulabschluss 2021

Auch die dreizehn Realschüler der Freien Waldorfschule Vaihingen/Enz haben einen erfolgreichen Abschluss abgelegt. Die Absolventen haben einen beachtlichen Notendurchschnitt trotz neuer Prüfungsbestimmungen von 2.0 erreicht; zwei von ihnen erreichten sogar einen Durchschnitt der deutlich über dem Gesamtdurchschnitt lag (Philip Schert und Vincent Palmer). Sehr gute oder gute Ergebnisse erzielten: Luis Andreas, Luis Brandstetter, Rosaria Cotardo, Pia Gayer, Mara Häußler, Kim Hekel, Marlin Karcher, Henriette Messerschmidt, Stella-Marie Prieger, Amelie Schmid und Lion Tür.

Eltern und Schüler hatten an einer Abschlussfeier in der Mensa am noch einmal die Gelegenheit mit den Lehrern zu reden und einen Rückblick auf die 11 Jahre Schulzeit zu halten.
Die Zeugnisübergabe fand erst am Mittwoch, den 28.7.21 bei der Schulabschlussfeier mit den Schülerinnen und KollegInnen der Oberstufe statt.
Die RSA-Schüler besuchen im Anschluss entweder weiterführende Schulen oder beginnen eine Lehre oder absolvieren ein freiwilliges soziales/ökologisches Jahr.

Hauptschulabschluss

Sieben Schüler haben an unserer Schule den Hauptschulabschluss bekommen: Mit dem besten Ergebnis eine Schülerin der 9. Klasse und auch mit sehr guten Ergebnissen: 6 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse.

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Ein Fest der Kostüme

Dieses Jahr war es möglich, zwei interne Aufführungen (am 23. und 24. Juli) des Theater-Projekts der Klasse 11 abzuhalten. Eine öffentliche Aufführung gab es leider nicht.

Der Theaterpädagoge, Autor und Regisseur Gerald Friese hat aus dem Hörspiel „Das schönste Fest der Welt“ von Siegfried Lenz ein komplett neues Stück der 11. Klasse auf den Leib geschrieben, mit vielen neuen Personen und Zeitbezügen, zumal der Originaltext aus 1955 stammt. Dem Motiv ist aber Friese treu geblieben: Ein exklusives Kostümfest, das der Marquis de Serpa (im Stück Philipp Graf von Raspe) auf seinem spanischen Landsitz veranstalten will, sorgt bei der einheimischen Bevölkerung des Nachbardorfs für sprichwörtlichen Zündstoff. Zwei Fischer drohen mit einem Sprengstoffanschlag. In seiner hintersinnigen Hörspielsatire aus dem Jahr 1955 nahm Siegfried Lenz die Jetset-Schickeria und die Vertreter einer lauteren revolutionären Gesinnung gleichermaßen aufs Korn.

Friese hat nun das Theaterstück „Gefährliche Einladung“ in unsere Zeit und nach Deutschland versetzt und das Motto „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ aus der Flugschrift des Hessischen Landboten des Vormärz-Schriftstellers Georg Büchner öfter wiederholen lassen.

Schon der Titel klingt sehr aktuell. Außerdem erkannte der aufmerksame Zuschauer und Zuhörer viele Anspielungen auf die heutige Zeit mit vielen Kalauern und Wortspielen wie: „aus der Küche sollten Gerüche und nicht Gerüchte kommen“ (Gerüchteküche, wieso eigentlich?), „Bielefeld existiert nicht…“  kugeln (Wahrsagerin) statt googeln, die Ignoranz der Briten, die Österreich als einen Teil Deutschlands sehen, usw.

Eigentlich hielt sich Friese an die Anweisungen des Theaterdirektors im Vorspiel auf dem Theater in Goethes Faust: „Gebt Ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken!“ da mehrere Parallel-Handlungen eingeflochten wurden: die Attentäter-Pläne, die Fitness- und Esoterik-Szenen, Gespräche im Boot usw.

Auch das Thema LGBTQIA+ kam nicht zu kurz, als zwei lesbische Fitnessteilnehmerinnen  (eine davon ist Inhaberin eines Swingerklubs) plötzlich über Männer sprechen. Die Esoterikszene wird in der Person von Madame Augura, einer Wahrsagerin aufs Korn genommen mit dem in solchen Situationen omnipräsenten Schlusssatz: „Die Zukunft ist Ihnen gewogen“.

Durch eine bühnenreife Sprache, was bei 11-Klässlern nicht immer selbstverständlich ist, durch eine treffende Kulisse, aufgeteilt auf 11 (!) Schauplätze im ganzen Saal, stilgerechte Bühnenrequisiten, von Eltern aufgetrieben, wurde auch durch die Musik die richtige Atmosphäre für ein gelungenes Stück geschaffen. Was bisher an Fahrzeugen noch nicht auf der Bühne stand, wurde dieses Jahr nachgeholt: ein richtiges Kanu. Schiff, Motorrad, ja auch Flugzeug standen schon auf der Bühne, ein Kanu bislang aber noch nicht. Der Star des Stücks war der näselnde „Pinguin“, der Butler Benedictus der gräflichen Familie, ein Ostfriese, wobei aber auch der Graf und die Gräfin und auch die internationalen Gäste der exklusiven  Party eine gute Rolle abgaben.

Zwar explodiert am Ende eine Bombe, aber niemanden stört’s, da niemand verletzt wird… und übrigens übertönte auch der wohlverdiente Applaus den Knall!

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„Trikolore“

An zwei internen Abenden am letzten Schulwochenende am 25. Und 26. Juli und einer Schüleraufführung am Montagvormittag wurde das Freilichtspiel „Trikolore“ dem Publikum gezeigt.

Die Theaterpädagogin an der Waldorfschule Gabriele Sponner ist die Autorin und Regisseurin des 8.-Klassspiels, passend zum Geschichtsunterricht der Klasse, in dem die Französische Revolution im letzten Schuljahr ausführlich besprochen wurde.

Natürlich spielt es in Frankreich, im Jahre 1789 als eine fahrende Schauspieltruppe durch das Land zieht. Sie teilen die Armut der Bauern und geraten in die Gunst des französischen Hofes. Wie der Truppe der Spagat zwischen den Welten gelingt, ist nicht nur gefährlich, sondern auch höchst amüsant.

Das Stück persifliert durch die Darsteller der Theatertruppe das Revolutionsgeschehen. Ein Graf bzw. Gutsherr fordert von Flo ́s Eltern, dass der 12-jährige in einem Bergwerk Frondienste leisten soll. Vielen Kindern vor ihm hat es Krankheit oder gar den Tod gebracht. Weil es sowieso zu wenig zu essen für Flo und seine Schwester Marie gibt, beschließen die beiden, das Elend ihres elterlichen Bauernhofes zu verlassen. Nach Amerika wollen sie, dort kann jeder mit Fleiß etwas werden. Auf dem Marktplatz in Paris werden sie von Pierre angeheuert, in einer kleinen Posse mitzuspielen. Jetzt können sie ihr Geld zum Leben selbst verdienen.  Flo kann die Schauspieler mit seinem Witz für sich gewinnen und auch weil Marie so schön singen kann, dürfen sie Capitaines Schaubühne nach Versailles begleiten. Dort sollen sie vor dem König auftreten! Comtesse Celestine ist eine Adelige, die nicht verheiratet werden möchte, deshalb will sie mit der Schauspielgruppe aus Versailles fliehen. In den Wirren der Revolution, muss sie aufpassen, dass sie nicht vom randalierenden Volk umgebracht wird. Die Schauspieler verstecken sie in Paris bei den Waschfrauen. Dort lernt sie das Volk lieben.

Just am Abend des großen Auftritts am 14. Juli 1789 stürmt das Volk von Paris die Bastille und die Revolution beginnt. Das Volk will nicht länger von privilegierten Adeligen ausgebeutet werden. Überall herrscht Chaos, erboste Bürger rächen sich an den Adeligen. Eine Regierung wird gebildet, zunächst versuchen die Franzosen mit ihrem König alles gütlich zu ändern – aber dann flieht der König Louis der XVI. Dieser Verrat kostet den König und seiner Familie das Leben. Alle Königstreuen werden verhaftet. Ein Bürgerkrieg ist entfacht: Alle anfänglichen Revolutionäre werden jetzt des Verrats bezichtigt. Das Stück zeigt in zwei Besetzungen das Leben der armen Leute und widmet sich ihrer Rolle in der Französischen Revolution.

Wie ein Wandertheater wurden die Zuschauer samt Schauspieler von Szene zu Szene geführt: Auf acht sorgfältig und treffend ausgesuchten Schauplätzen auf dem weitläufigen und vielfältigen Gelände der Freien Waldorfschule Vaihingen an der Enz  (inklusive Werkstätten, Bauwagen, Bachufer, Rondell usw.) entfaltete sich das ganze Panorama der Revolution. Das schöne Spiel der Schüler, die gut geübte Aussprache, die zeitgemäßen Kostüme (genäht von den Schülern unter der Anleitung der Handarbeitslehrerin) und die begleitende Musik mit Gesang und Instrumenten (Alexander Nolte) schufen die richtige Atmosphäre für ein gelungenes Achtklasspiel, das durch regen Applaus belohnt wurde.

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„Tobi und die Anderen“

Laurin Rudolph, Schüler der 11. Klasse, hat vergangene Woche beim großen VKZ-Schreibwettbewerb mit seiner Kurzgeschichte „Tobi und die Anderen“ den 1. Platz erreicht. Die Plätze 2 und 3 gingen an eine Schülerin und einen Schüler des Stromberg-Gymnasiums. Die Preisverleihung fand am Samstag, 17. Juli, auf dem Marktplatz in Vaihingen statt. Der Schreibwettbewerb war für die Schüler*innen der Klassen 7-12 ausgeschrieben und eingereicht werden konnte eine Kurzgeschichte zwischen 2.000 und 7.000 Zeichen. Insgesamt wurden der VKZ 34 Kurzgeschichten zugeschickt, die in den nächsten Wochen eine nach der anderen veröffentlicht werden.

Die Geschichte:

„Tobi und die Anderen“
Einen normalen Tag in Tobis Leben? Leicht zu finden. Einen außergewöhnlichen Tag in Tobis Leben? Puh, wollen wir nicht lieber den Gral suchen gehen? Ich glaube den werden wir eher finden. Offensichtliche Frage: Warum schreibe ich über einen Jungen, dessen Leben nur aus normalen Tagen besteht? Antwort: Alle schreiben über Menschen, bei
denen fast nur au ergew hnliche Tage existieren. Es ist also nur ausgleichende Gerechtigkeit, auch mal etwas über die Anderen zu schreiben.
Piep, piep, piep macht Tobis Wecker, bis er mit seiner Hand einmal darauf schlägt und dann wieder seine Ruhe hat. Nach mehrmaliger Wiederholung dieses Rituals ist es für Tobi an der Zeit sich einzugestehen, dass er aufstehen muss, um den Bus zur Schule noch zu bekommen. Schlurfend ins Badezimmer, dann verschlafen weiter zum Frühstück torkeln. Kurzer Blick auf die Uhr. Schon so spät? Der Bus kommt in 2 Minuten, wenn man
die 3 Minuten Verspätung einrechnet, die er mindestens haben wird, dann sind das 5 Minuten und die reichen für Tobi gerade noch dazu, seine Schultasche zu greifen und so schnell wie möglich zur Bushaltestelle zu sprinten. Hoffen wir einfach mal für Tobi, dass er am Abend vorher seine Schulsachen gepackt hat, denn sonst könnte es heute unangenehm werden. Okay, machen wir uns nichts vor, natürlich hat er das nicht gemacht.
An der Bushaltestelle angekommen sieht Tobi vom Bus nur noch die Rückseite. Na toll, alle anderen haben den Bus bekommen nur er nicht. Wieso musste der Bus auch genau heute pünktlich kommen? An allen anderen Tagen kam er nie pünktlich, warum ausgerechnet heute? Egal. Der nächste kommt ja schon in 10 Minuten, also nur 5 Minuten
zu spät im Deutsch-Unterricht. Passiert. Die Welt wird deshalb nicht aufhören sich zu drehen.
Konversation mit seinem Deutschlehrer, nachdem Tobi zu spät in den Unterricht kam: „So so, sind wir mal wieder zu spät, der Herr?“ „Ja, Entschuldigung, der Bus ist zu frühlosgefahren.“ „Und warum haben ihn die anderen trotzdem bekommen und du nicht?“ „Es könnte auch eventuell möglich sein, dass ich zu spät bei der Bushaltestelle ankam.“ „Aha,
ich denke, da nähern wir uns der Wahrheit schon ein bisschen mehr. Setz dich bitte, ich hoffe du hast wenigstens deine Hausaufgaben gemacht.“ „Ja, habe ich.“
Der arme Tobi. Er hatte sich gestern Abend noch so viel Mühe gegeben, blöd nur, dass die Hausaufgabe nie den Weg vom Schreibtisch in die Schultasche gefunden hat und deshalb dort liegen geblieben ist. Den Moment, als ihm das auffällt, sparen wir uns und machen dafür einen 6-stündigen Zeitsprung.
Juhu, Tobi hat es überlebt. Schule aus. Nun geht es in den nahegelegenen Supermarkt. Dort steht er unschlüssig vor dem Regal mit den Chips. Was beschäftigt ihn denn? Ihm ist aufgefallen, dass seine Lieblingschips in einer Plastikpackung sind und weil heute im Unterricht ein Film gezeigt wurde, in dem thematisiert wurde, was Plastik in unseren Weltmeeren so alles anstellt, weiß er nicht, ob er sie jetzt in seinen Einkaufskorb legen soll
oder lieber nicht. Nach ein paar Minuten des überlegens kommt er zu einem Entschluss: „Ach, die Anderen kaufen ja auch Unmengen an Plastikverpackungen, da macht diese eine Packung keinen Unterschied.“
Auf dem Nachhauseweg denkt Tobi weiter nach und je mehr er überlegt, desto mehr wird ihm bewusst, wie komplex das Thema ist. Mal angenommen, dass jemand anderes in einer vergleichbaren Situation wäre. Sollte derjenige ungefähr die gleichen Gedanken haben, dann wäre ja Tobi selbst unter den Anderen, denn er hatte ja die Plastikpackung
gekauft. Ganz in Gedanken versunken kommt Tobi nach Hause und wird von seinem kleinen Bruder empfangen. „Tooobi, ich muss dir was erzählen!“ „Was gibt’s denn?“ „Heute ist eine der Schaufeln im Kindergarten kaputt gegangen.“ „Hast du sie kaputt gemacht?“ „Nein die
Anderen warn’s.“ „Ach hör mir mit den Anderen auf.“
Ich gebe zu, dass das natürlich kein ganz normaler Tag in Tobis Leben war, aber er hat angefangen nachzudenken und damit eine Tür geöffnet, die es ihm ermöglicht, vielleicht in Zukunft auch ab und zu außergewöhnliche Tage zu haben.

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